Linz
29.12.2019

Kurzandacht der Woche

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[19/53] Gott wartet mit offenen Armen auf mich …

Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen“ (Lukas 15,18)

Es ist die Geschichte vom verlorenen Sohn. Ein Vater hatte zwei Söhne und einen reichen Besitz. Der jüngere der beiden Söhne wollte die Familie verlassen, wollte in die Welt hinaus, das Leben genießen, selbstständig sein und es anders machen als die da zuhause. Er ließ sich von seinem Vater sein Erbteil auszahlen – und brachte es in der Fremde frischfröhlich und gründlich durch.

Nun stand er da: Er hatte Hunger, hatte seinen gesellschaftlichen Status verloren und hütete zuletzt die Schweine eines auf seine Weise Barmherzigen. In seinem Elend stieg nun eine verschämte Sehnsucht auf in ihm: Heim! Heim! Was stand ihm da vor Augen? Dort gab es Wohlstand. Und geordnete Verhältnisse. Und Anerkennung, und war es nur als einfacher Tagelöhner.

Was machte ihm aber Mut, auf seine Sehnsucht zu hören und heim zu laufen? Das bricht jetzt aus ihm hervor: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen“. „Zu meinem Vater …“. „Zu meinem Vater …“. „Ich will mich aufmachen und zu meinem  V a t e r  gehen“!

In all seinem Drang nach vermeintlicher Freiheit, nach Selbstständigkeit, nach Bessermachen, nach Selbstverwirklichung hatte der verlorene Sohn noch ein intaktes Vaterbild! Das Vaterbild machte ihm Mut, machte ihn zuversichtlich und trieb ihn in all seinem Versagen heim – ohne Rücksicht darauf, was die anderen daheim sagen würden. Wenn nur sein Vater auf ihn warten würde – und ihn als Knecht annähme!

Und der Vater nahm ihn wieder an: Der Sohn wurde vom Vater sehnsüchtig erwartet, liebevoll umarmt und voll rehabilitiert als geliebter Sohn! So wartet Gott mit offenen Armen auf uns!

[MH]

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