Linz
22.12.2019

Kurzandacht der Woche

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[19/52] Ein geborgenes Leben durch kindliches Gottvertrauen …

„Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“ (Römer 8,15)

Jesus hat uns im Vaterunser gelehrt, dass wir den ganz konkreten, persönlichen Gott in kindlichem Vertrauen und in tiefer Ehrfurcht unseren Vater nennen dürfen („Unser Vater im Himmel!“, Matthäus 6,9). Wir sind also Kinder Gottes (Röm 8,16 Übersetzung Hoffnung für Alle: „Gottes Geist selbst gibt uns die innere Gewissheit, dass wir Gottes Kinder sind“). Und Gott kennt uns ganz persönlich: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1).

Wir haben einen Vater im Himmel, mit dem wir herzlich vertraut reden dürfen – die Bibel sagt uns aber auch, dass „der Himmel und aller Himmel Himmel“ diesen ewigen Gott nicht fassen können. Himmel und Erde und das unfassbar weite Universum sind zu klein, Gott zu fassen.

Was wir nicht fassen können mit unserem endlichen Verstand, ist uns aber Trost, Hilfe, Halt und Fundament: Dieser unendlich ferne, allmächtige, ewige Gott ist uns in Christus ganz nahe geworden, er ist da, wo wir sind, umfängt uns und birgt uns in aller Not, Angst und Bedrängnis.

Paulus geht in Römer 8,15 noch einen großen Schritt weiter in dem biblischen Gott-Vater-Verständnis: Wir dürfen uns gleichsam an Gott schmiegen und „Abba, lieber Vater“ zu Gott sagen (das aramäisch Wort „Abba“ bedeutet auf Deutsch „Vater“ oder auch „lieber Vater“, die Anrede eines Kindes an seinen Vater). Wir dürfen zu Gott, unserem Vater im Himmel rufen, aus einem übervollen oder auch angsterfüllten Herzen. Manche Kommentatoren sprechen dem Sehnsuchtsruf „Abba“ auch unseren kindlich-vertrauten Ruf „Papa“ zu, so nahe will uns der ewige Gott in seiner Barmherzigkeit sein, dass wir bei aller erschauernden Ehrfurcht und Demut diese kindliche Anrede wagen dürfen. In diesem Aufschauen und Aufrufen zu Gott kann vertrauensvolles, geborgenes Leben gelingen – auch in allen Notsituationen, Ängsten, Bedrängnissen und in scheinbar ausweglosen Lagen.  [MH]

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