Linz
24.11.2019

Kurzandacht der Woche

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[19/48] Ich glaube; hilf meinem Unglauben! - Gott wartet mit offenen Armen darauf ...

„Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“ (Markus 9,23).

Eine zutiefst berührende Geschichte aus dem Wirken Jesu lesen wir in Markus 9,14-29:

Ein Vater leidet mit seinem schwerkranken Sohn. Die ganze Hoffnung auf eine Heilung setzt der Mann nun auf Jesus, nachdem ihm die Jünger nicht helfen konnten. Jesus zeigt ihm den Weg, auf dem dem Sohn geholfen werden kann: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“. Da schreit der Mann im Widerstreit von Verzweiflung und Hoffnung, von Unglauben und Sehnsucht in ihm auf: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“

Was wie ein Widerspruch klingt, macht den tiefinneren Kampf auch im Herzen manches Christen deutlich: Im Leben des Vaters des kranken Knaben ist ja Glaube da: „Ich glaube“ – aber es ist offenbar nur ein Funke, ein Flämmchen, zu karg, als dass es die gepeinigte Seele des Mannes hell machen könnte. So schreit er auf nach mehr Glauben: „Hilf meinem Unglauben!“ Der Vater versteht das Wort Jesus „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“ also als Herausforderung an ihn (der Bibeltext ließe auch die Deutung zu, dass Jesus sich selbst meinen könnte). 

Das ist es, wonach wir so oft in unserem Leben schreien sollten: Fester, tragfähiger, reserveloser Glaube kann und muss von Gott erbeten werden. Ein festes Glaubensfundament ist ein Gnadengeschenk Gottes. Das ist die Lösung: „Hilf meinem Unglauben!“ Das ist es also: Herr, schenk du mir einen festen Glauben! In unserer Geschichte im Markus-Evangelium tut Jesus wohl dieses Wunder des Glaubensgeschenks an den gepeinigten Mann: Im nächsten Vers lesen wir, dass Jesus den Knaben heilt! Die Flamme des Glaubens muss im Herzen des Mannes also hell brennen, denn: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“.

Der Ausruf vieler Menschen: „Ja, wenn ich nur glauben könnte!“ verlangt als Lösung, sich Gott anzuvertrauen und um Glauben als Gnadengeschenk Gottes zu bitten: „Hilf meinem Unglauben!“ Gott wartet darauf mit offenen Armen.  [MH]

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