Linz
08.09.2019

Kurzandacht der Woche

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[19/37] Unser Vater im Himmel und Gemeinschaft mit meinem Nächsten ...

„Unser Vater im Himmel!“ (Matthäus 6,9)

Fällt Ihnen etwas auf an dieser Anrede im Vaterunser?

  1. Zum einen lehrt uns Jesus im Vaterunser, den ewigen Gott – den nach dem 2. Buch der Chronik 6,18 der Himmel Himmel nicht fassen können – mit „Vater“ anreden zu dürfen. Und der Apostel Paulus spricht uns in Römer 8,15 sogar die Freiheit zu, „Abba, lieber Vater!“ zu Gott sagen zu dürfen, das bedeutet auf Deutsch – bei aller Ehrfurcht - innig und vertraut auch etwa „Papa“.
  2. Zum anderen spricht uns das „Unser“ in besonderer Weise an: Dieser Ausdruck im Vaterunser macht uns die Gemeinschaft mit unserem Nächsten deutlich. Diese Gebetsrichtung zieht sich durch das ganze Vaterunser: nicht: mein Vater, sondern unser Vater; nicht: mein tägliches Brot, sondern unser; nicht: vergib mir, sondern uns; nicht: führe mich nicht in Versuchung, sondern uns; nicht: erlöse mich von dem Übel, sondern uns. Wenn wir vor Gott hintreten, um zu beten, wissen wir uns solidarisch mit  unseren Nächsten. Wenn wir in kindlichem Vertrauen von Gott etwas erbitten, wollen wir es nicht nur für uns, sondern auch für den Nächsten. Mit einer Hand greifen wir nach Gott, mit der anderen Hand halten wir fürbittend und liebend die Hand unseres Nächsten. Gott nimmt uns an der Hand, nehmen wir den Mitmenschen an der Hand!  [HM]

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