Linz
01.09.2019

Kurzandacht der Woche

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[19/36] Es lohnt sich nicht, um eines scheinbaren Vorteils willen den Frieden mit Gott aufs Spiel zu setzen ...

Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand (Psalm 73,23)

Das Wort „Dennoch“ in diesem Psalmwort macht deutlich, dass es vorher Schwierigkeiten, Stolperstein und Konfliktpotenzial gegeben haben muss, die zu überwinden waren und denen zu widerstehen war. Ein Abbild unseres Lebens. Dem Psalmdichter ging es hier um Gerechtigkeit. Knapp gefasst sein Problem: Das Modell „Frommes Handeln wird belohnt, böses Handeln wird bestraft, zumindest aber nicht belohnt“ gilt nach guter Beobachtung der Verhältnisse nicht immer. Der Psalmdichter beobachtet: Die Frevler werden von Gott mit einem üppigen Leben belohnt (Psalm 73,12) und den Frommen geht’s schlecht (Psalm 73,12-13). Ja, können sich denn die Frevler alles leisten? Lohnt es sich nicht mehr, anständig zu sein?

Wohin mit einem solchen Konflikt, der das Leben verbittern kann? Der Psalmdichter wusste einen Ausweg: Er nahm sein aufgewühltes Herz in die Hand und vertraute sich und seinen ganzen Kummer Gott an (Psalm 73,17). Da wurde ihm klar: Der Fromme sitzt doch auf dem längeren Ast, es lohnt sich nicht, um eines Vorteils willen den Frieden mit Gott aufs Spiel zu setzen. Sich an Gott zu halten ist allemal die bessere Lösung. Eine nachhaltige Lösung.  [HM]

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