Linz
02.08.2019

Kurzandacht der Woche

Bild zum Weblog

[19/32] Alles, was entsteht, braucht Zeit zum Reifen...

Lass dein Brot über das Wasser fahren; denn du wirst es finden nach langer Zeit“
(Prediger 11,1).

Alles, was entsteht, braucht Zeit zum Reifen. Der Landwirt weiß um die der jeweiligen Frucht zugeordnete Reifezeit. Es würde ihm nicht einfallen, an dem sprossenden Grün zu zupfen, um die Reifezeit zu verkürzen. Es gibt aber Reifezeiten, die wir nicht kennen, denen aber ihre Spanne von Gott zugemessen ist, eine Reifezeit, die nur Gott kennt. Dazu gehören die Früchte eines gelungenen Lebens. Diese Wohltaten – unter dem Bild des über das Wasser geschickten Brotes – haben ihren Segen in sich. Es steht uns nicht zu, mit dem Lohn dafür zu kalkulieren. „Lass dein Brot über das Wasser fahren“, das ist genug. Gott vergisst weder dich noch das Brot, das du geschickt hast. Wer bei der Wohltat mit dem Lohn rechnet, der hat seinen Lohn schon gehabt (Matthäus 6,2). Die selbstlose, erwartungsfreie Wohltat ist es, die Gott von uns erwartet. Und „nach langer Zeit“, zu einem von Gott ausgesuchten Zeitpunkt („nach langer Zeit“) wird sie uns Freude machen („du wirst es finden“), wiederum auf eine von Gott gefügte Art und Weise, vielleicht auf eine, an die du nie gedacht hättest. [HM]

zur Artikelübersicht 2019