Linz
05.07.2020

Kurzandacht der Woche

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[20/28] Gott war da und hat mich bei der Hand genommen …

„Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte“ (Jeremia 31,3).

Ich habe Gott noch nie gesehen. Und mit meinem natürlichen Gehör noch nie gehört. Sollte ich deshalb an Gott zweifeln? Seine Existenz leugnen, und damit seine Allmacht, seine Schöpferkraft, seine ewige Weisheit und seine Liebe leugnen? Sollte der Himmel leer sein – weil ich ihn mit meinen natürlichen Augen noch nie gesehen habe?

Gesehen habe ich Gott noch nie – aber gespürt habe ich ihn, erlebt habe ich ihn, erfahren habe ich ihn!

Jesus kommt mir dabei zu Hilfe, wenn er sagt: „Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt“ (Johannes 3,8). Ich habe noch keinen getroffen, der den Wind geleugnet hätte – ich kann ihn spüren, seine Wirkung ist da.

Ich kann Gott nicht sehen, aber ich habe ihn gespürt, erlebt, erfahren – manchmal übermächtig. In mancher stillen, nachdenklichen Stunde erinnere ich mich an manche Szenen meine Kindheit. Und siehe da, Gott war schon immer mit mir, auch als ich es noch gar nicht bedachte. Da gab es Situationen – und ich erschauere dabei, wenn ich sie bei Licht betrachte –, da hat Gott in mein Leben eingegriffen und manches ganz Entscheidende gefügt, wo es manchmal um Augenblicke ging. Gott war da und hat mich geführt oder getragen, mich ganz persönlich. Gott hat hineingegriffen, in die Millionen von Menschen, in meine Stadt, in meine Häuserzeile – und hat mich bei der Hand genommen, er hat mich immer schon lieb gehabt. Und ich habe seine Hand nicht gemerkt. Aber er war da, der ewig Seiende, der Allmächtige, der Gott, der die Liebe ist. In ihm bin ich geborgen um des Blutes Jesu willen. Danke, lieber Gott!  [MH]

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